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P.Bauer

Beispielhaft! Ein katholischer Pfarrer ver├Âffentlichte den folgenden Artikel in seinem Gemeindebrief. 

Der christlich-j├╝dische Dialog

Mahnung in einem katholischen Gemeindebrief     

Von Gerhart Ott

Das Gespr├Ąch zwischen Juden und Christen birgt bis heute zwei grunds├Ątzliche Gefahren. Auf der einen Seite ist das Judentum immer noch vielen Christen v├Âllig fremd. Vom Judentum oder j├╝dischen Mitb├╝rgern haben eine gro├če Zahl von uns Christen wenig bis keine Kenntnis. Hieraus erwachsen leicht Gleichg├╝ltigkeit und Ablehnung.

Auf der anderen Seite gibt es einige Engagierte, die sich voller Begeisterung einzelne j├╝dische Traditionen wie z.B. Schabbat- und Pessachfeiern zu Eigen machen. Dabei lauert die Gefahr des sogenannten Philosemitismus, der zu Schw├Ąrmerei und Vereinnahmung f├╝hren kann.

Beides ist dem christlich-j├╝dischen Gespr├Ąch nicht dienlich!

Doch wo liegt dann der Weg eines angemessenen Miteinanders von Christen und Juden? Worin kann eine Gemeinschaft beider liegen? Wie k├Ânnen beide ÔÇ×authentisch beieinander wohnen"?

Das religi├Âse Gespr├Ąch zwischen Juden und Christen beginnt damit, dass die Gespr├Ąchspartner sich in der je anderen Lebenswelt besuchen und Anteil aneinander nehmen, ohne dabei schon auf Gemeinsamkeiten zu schielen.

Insbesondere das Gespr├Ąch von Christen mit Juden braucht noch viele Schritte eines behutsamen und respektvollen Weges, um ein angemessenes Miteinander zu erreichen. J├╝dischen Mitb├╝rgern steckt die Bef├╝rchtung, entweder abgelehnt oder vereinnahmt zu werden, aus religionsgeschichtlichen Gr├╝nden zu Recht in den Knochen. Wir Christen haben allen Grund, heute als G├Ąste aufzutreten, wenn wir Juden begegnen: Wir sind es, die aus religi├Âser Motivation darauf angewiesen sind, das Judentum als unsere Wurzel neu zu verstehen, ohne sie dabei zu vereinnahmen,

Das kann in vielen kleinen Schritten gelingen, zu denen ich Sie einladen und ermutigen m├Âchte: Informieren Sie sich an Hand von j├╝discher Literatur, die mittlerweile gut zug├Ąnglich geworden ist, ├╝ber j├╝dische Geschichte und j├╝disches Leben. Besuchen Sie Veranstaltungen, auf denen Sie j├╝dische Referenten selbst erleben k├Ânnen.   So erhalten Sie Eindr├╝cke und Einblicke aus erster Hand: Wie verbringt eine j├╝dische Familie den Schabbat? Welche Speisen sind ihr erlaubt und welche nicht?

Erkundigen Sie sich nach einem j├╝dischen Kalender und werden Sie sensibel f├╝r Festtage und Gewohnheiten j├╝discher Mitb├╝rger: Wann genau begehen sie Pessach (das Passahfest), w├Ąhrend wir Ostern feiern? An welchem Tag beginnt f├╝r sie das Kalenderjahr?

Wenn Sie k├Ânnen, suchen Sie eine Synagoge auf; fragen Sie, ob Sie bei einem Gottesdienst zu Gast sein d├╝rfen. Erleben Sie, wie dort die Psalmen gebetet werden. Nehmen Sie wahr, welche andere Bedeutung dort uns vertraute Symbole haben. Und vielleicht gelingt es Ihnen auf diesem Weg, Kontakt zu kn├╝pfen zu j├╝dischen Mitbewohnern, bei denen Sie dann auch einmal zur h├Ąuslichen Feier eingeladen werden.

Dann sind Sie schon weit gekommen auf Ihrem Weg zu einem angemessenen Miteinander. Sie werden ein Gesp├╝r daf├╝r bekommen haben, dass Juden und Christen manches gemeinsam haben und doch je anders damit leben. Sie werden dann zum Beispiel neuen Respekt vor dem Gebetsschatz Israels, den Psalmen, haben und diese nicht gedankenlos beim Gebet mit dem ÔÇ×Ehre sei dem Vater..." versehen

Oder Sie werden dann Verst├Ąndnis daf├╝r haben, dass ein Jude nicht einfach einen Gottesdienst mit Ihnen feiern kann. Oder Sie ersparen sich die peinliche Situation, dass Ihr k├Âstliches Essen keinen Gefallen findet, weil es nicht ÔÇ×koscher" ist f├╝r einen Juden oder eine J├╝din.

Und Sie werden den Wert sch├Ątzen k├Ânnen, der darin liegt, an der Lebens- und Glaubenswelt des Gespr├Ąchspartners Anteil zu nehmen. Es er├Âffnet Ihnen einen neuen Horizont und ein neues Mitein┬şander mit j├╝dischen Mitb├╝rgern, die unter uns wohnen, und Sie werden durch die Begegnungen mit ihnen bereichert und gest├Ąrkt werden.

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